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Wasserstandsanzeiger BremerhavenDas maritime Denkmal finden Sie an der Weserpromenade nahe dem Strandbad. Ausgehend von Seekartennull (SKN) wird dort der Wasserstand angezeigt. Seekartennull bedeutet das mittle Tide-Niedrigwasser. Was in Bremerhaven ca. 2,20 m unter Normal-Null ist. Für die Seefahrt ist natürlich entscheidend, wie viel Wasser noch "unter dem Kiel" ist! Und anhand des Wasserstandsanzeigers kann der Seefahrer gut errechnen, wie zur Zeit die Wassertiefe in der Weser ist. So wurde im Jahre 1903 der Wasserstandsanzeiger durch die Fa. Möhlen & Seebach errichtet. Nun konnte schnell gesehen werden, ob auflaufendes oder ablaufendes Wasser ist, und eben den momentanen Wasserstand des Flusses
Doch wie kann dieses Gerät aus Stahl, Drähten, Kugeln und Körben überhaupt den Wasserstand anzeigen? Auf der Spitze des ca. 32 m hohen Stahlgittermastes ist ein beweglicher Stahlarm angebracht. Zeigt dieser nach unten, ist ablaufendes Wasser, bei auflaufenden Wasser entsprechend nach oben. Ist der Arm waagerecht gestellt, ist zur Zeit Hoch- bez. Niedrigwasser (Flut und Ebbe). Die jeweiligen Wasserhöhen über SKN werden durch Bälle und Kegel, die an den Seiten des Stahlmastes aufgezogen sind, signalisiert. Ist eine zusätzlich Flagge aufgezogen, handelt es sich um Wasserstände unterhalb des mittleren Tideniedrigwassers. Ein Ball entspricht einem Meter, ein Kegel 20 cm. So ist bei drei aufgezogenen Bällen und zwei Kegeln ein Wasserstand von 3,40 m über SKN gemeint. Diese Anzeige funktioniert natürlich nur bei Sicht am Tag. Nachts werden daher die Angaben durch verschiedenfarbige Lichter an vorbeifahrende Schiffe übermittelt. Die Tide ist immer in Veränderung, so musste in den ersten Jahren immer ein Signalwärter vor Ort sein, die Anzeiger zuerst mit Muskel-, später mit Maschinenkraft entsprechend einzustellen. Was natürlich sehr kosten- und personalaufwendig war. Zudem wurde ein Aufenthalts und Dienstgebäude benötigt. Der Wasserstandsanzeiger Bremerhaven (offiziell "Signalstelle Bremerhaven") war bis zum Jahre 1973 in Betrieb, und sollte anschließend abgerissen werden. Er wurde aber 1976 restauriert und bis zum Jahre 1996 vom Bremerhaven Wasser- und Schifffahrtsamt unterhalten. 1998 wurde dieser historische und einzige noch erhaltene Wasserstandsanzeiger an das Deutsche Schifffahrtsmuseum übergeben, und ist seitdem ein Ausstellungsstück auf dem Freigelände. Mit Geldern der Stiftung "Wohnliche Stadt" und privaten Spenden wurde der Wasserstandsanzeiger restauriert und wieder funktionsfähig gemacht.
Der Wasserstandsanzeiger wurde bereits 1980 unter Denkmalschutz gestellt. Er ist heute eines der maritimen Wahrzeichen der Seestadt. Ähnliches gilt für den Semaphor. Dieser zeig ähnlich wieder der Wasserstandsanzeiger optisch die ebenfalls für die Seefahrt wichtig Windrichtung und -stärke an. Ein Wasserstandsanzeiger
ganz anderer Art, ist ebenfalls direkt an der Promenade, und hinter dem
Deutschen Schifffahrtsmuseum als Pfahl zu finden, an dem durch Ringe die
höchsten Wasserstände der letzten Jahrhunderte anzeigt werden! |
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