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Das Betonschiff Paul-KosselKann Beton schwimmen? Die Antwort lautet: „JA“! Schon um 1850 wurden die ersten Schiffe aus Beton gebaut. Zwar konnten Schiffe aus Beton nie mit den bekannten und bewährten Baumaterialien Eisen, Stahl, Leichtmetall und Holz konkurrieren, aber es gab Sie doch, die Schiffe aus Beton. Im Besonderen in Zeiten von Stahlmangel wurde aus der Not eine Tugend gemacht, und auf Beton zurück gegriffen. So wurden die meisten Betonschiffe während der Weltkriege gebaut.
Paul Kossel, der auch Namensgeber des im Museumshafen von Bremerhaven aufgestellten Beton-Motorschleppers war Bauunternehmer und zugleich Bauherr dieses ersten Beton-Motorschiffes. Die Paul Kossel wurde auf dem eigenen Firmengelände in Bremen gebaut, und lief dort 1920 vom Stapel. 56 Jahre später, im Jahr 1976 fand das Leichtbetonschiff Paul Kossel seinen wohl letzten Liegeplatz auf dem Freigelände des Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Die Paul Kossel hat eine Länge von 14, 30 m bei einer Breite von 3,03 m. Der Tiefgang betrug 1,08 m. Angetrieben wurde dieser Leichtbeton-Motorschlepper durch einen 25 PS starken 2-Zylinder-Rohöl-Glühkopfmotor der Fa. Deutz. Die Geschwindigkeit betrug 6,5 km bei einer Verdrängung von 12,8 BRT. Die Besatzung schwankte zwischen 1-3 Mann. Die wechselvolle Geschichte des Schiffes, das mehr ein Versuchsschiff war, wurde überwiegend als Barkasse eingesetzt. Für seine eigentliche Nutzung als Motorschlepper wurde die Paul Kossel bis zum 2. Weltkrieg nur sporadisch eingesetzt. Nach Ende des Krieges erfolgte ein Umbau zum Fischereischiff, und Umbenennung in „Annemarie“! Nach einem Brand im Jahre 1950 ging das Schiff im Bremer Hafengebiet unter.
Nun kamen die Vorteile der Betonbauweise zur Geltung! Der Rumpf konnte nicht verrosten und auch nicht verfaulen. Nach Hebung und Teilrestaurierung gelange die Paul Kossel 1976 als Museumsschiff in das Schifffahrtsmuseum. Es dauerte aber noch weitere 12. bzw. 14 Jahre bis das Schiff seine hölzernen Aufbauten wie zur Zeit des Stapellaufs erhielt, und die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen wurden. Heute ist dieser
einzigartige Beton-Motorschlepper ein Teil der im DSM
ausgestellten und ungewöhnlichen Objekte der deutschen Schifffahrt. Zu
besichtigen ist die auf dem Freigelände zwischen Museum und
Mediterraneo direkt neben dem
Tragflügelboot. |
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